Darmstädter Masters sehr erfolgreich in Hamburg 2026

Darmstadt, 29. Juni 2026

Am letzten Juniwochenende fanden in Hamburg die 28. Deutschen Wasserball-Masters-Meisterschaften statt. Bei für Hamburg ungewohnt sonnigem und extrem warmem Wetter sowie angenehm warmem Beckenwasser traten erneut mehrere Darmstädter Wasserballmannschaften an, um sich in den verschiedenen Altersklassen mit der Konkurrenz zu messen.

AK60+: Deutscher Vizemeister nach großartigem Turnier

Herausragend waren diesmal die WVD-Masters der Altersklasse 60+. Im ersten Gruppenspiel gegen den PSV Duisburg konnte sich das Team nach drei ausgeglichenen Vierteln im Schlussabschnitt entscheidend absetzen. Dank der Tore von Olaf Randzio sowie zweier sehenswerter Distanztreffer von Hans-Peter Diewald und Christoph Mansard gewann der WVD die Partie mit 8:6.

Das zweite Gruppenspiel gegen den TPSK Köln ging unglücklich und unnötig mit 4:5 verloren. Dennoch reichte das Ergebnis für den Einzug ins Halbfinale gegen den Favoriten WPM Duisburg.

Das Halbfinale entwickelte sich zu einem echten Krimi. Die mit zahlreichen ehemaligen Nationalspielern besetzten Duisburger führten Mitte der Partie bereits mit 5:3. Besonders bitter für den WVD: Bereits in der zweiten Spielminute erhielt Michael Behrens, Anschwimmer, Verteidiger und Spielgestalter der Darmstädter, nach einer unglücklichen Berührung im Gesicht eines Gegenspielers die Rote Karte und musste das Spiel vorzeitig verlassen.

Kurz vor der Halbzeit gelang Hans-Peter Diewald mit einem spektakulären Bogenball drei Sekunden vor Ende des zweiten Viertels der wichtige Anschlusstreffer zum 4:5. Dieser Treffer setzte neue Kräfte frei. Direkt nach Wiederanpfiff nutzte Diewald zwei weitere Chancen konsequent und brachte den WVD überraschend mit 6:5 in Führung.

Im weiteren Spielverlauf wurde die Partie zunehmend körperbetont. Nachdem Christoph Mansard zunächst mit einem Fünfmeter am stark haltenden Duisburger Weltmeister-Torwart Diego Chalmovsky scheiterte, reagierte er bei der anschließenden Ecke geistesgegenwärtig. Er erkannte eine Unaufmerksamkeit des Torhüters und verwandelte die Ecke direkt mit einem präzisen Schuss vom Seitenrand ins Tor – sehr zur Überraschung beider Mannschaften und des zahlreichen Publikums – zum 7:5.

Wenig später kam es zu einer unschönen Szene: Ein Duisburger Spieler schlug Thomas Hänelt ungeahndet mit der Faust ins Gesicht und schlug ihm dabei einen oberen Schneidezahn aus. Solche Vorfälle sind im Mastersport absolute Ausnahmen und widersprechen dem Fair-Play-Gedanken dieser Wettbewerbe.

Duisburg konnte zwar noch einmal verkürzen, doch der WVD antwortete mit zwei weiteren Treffern von Olaf Randzio und Uwe Bettschneider zum viel umjubelten 9:6-Endstand und zog damit verdient ins Finale ein.

Dort wartete Münster, das sich mit fünf international erfahrenen britischen Spielern aus London verstärkt hatte. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (2:2) setzte sich Münster im weiteren Spielverlauf zunehmend ab. 

Spätestens Mitte der Partie beim Stand von 6:2 war klar, dass das Finale aufgrund zahlreicher Feldverweise und Fünfmeterentscheidungen gegen die Darmstädter kaum noch zu gewinnen sein würde. Münster gewann schließlich mit 10:3.

Trotz der Finalniederlage durfte sich der WVD über einen unerwarteten und hochverdienten Deutschen Vizemeistertitel freuen – ein weiterer großer Erfolg nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft in der AK60+ im Jahr 2024.

Es spielten:

Tor: Michael Grahl

Feld: Stefan Schwarz, Olaf Randzio (5 Tore), Armin Hasler, Stefan Piwecki, Christoph Mansard (8), Thomas Hänelt, Hans-Peter Diewald (6), Uwe Bettschneider (2), Klaus Stumpp (2), Michael Behrens (1)

AK30+: WVD-Frauen überzeugen trotz großer Personalprobleme

Auch die WVD-Frauen der Altersklasse 30+ waren für den WV Darmstadt im Einsatz und bestritten ihre Spiele gegen Köln und Uerdingen.

Bereits im Vorfeld des Turniers musste das Team jedoch neun Ausfälle verkraften – bedingt durch Krankheiten, Verletzungen und Schwangerschaften. Darunter befanden sich auch die beiden etatmäßigen Torhüterinnen Pfütze und Dere. Glücklicherweise sprang Maren Laux kurzfristig ein und überzeugte mit starken Leistungen zwischen den Pfosten.

Mit nur neun Spielerinnen trat der WVD gegen beide Gegner an und begegnete ihnen dennoch auf Augenhöhe. Sowohl die knappe 8:9-Niederlage gegen Köln als auch das 9:10 gegen den späteren Deutschen Meister Uerdingen wurden erst im Schlussviertel entschieden.

Grundlage dafür war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Im Angriff ragte insbesondere Melek Cavlak heraus, die sich mit sieben Treffern die Torjägerkrone des Turniers sicherte. Ebenfalls stark präsentierte sich Pia Freier mit drei Toren sowie zahlreichen herausgeholten Hinausstellungen und Strafwürfen am Center. Unterstützt wurde sie von Anke Dinter (3 Tore), Laura Adamski (2), Melanie Zündorf (1), der trotz Schulterverletzung spielenden Spielertrainerin Caro Lentge (1) sowie Maria Vorbeck und Sarah Bauer.  

Die gezeigten Leistungen lassen vermuten, dass der Deutsche Meistertitel bei kompletter Besetzung in diesem Jahr durchaus realistisch gewesen wäre.

Weitere WVD-Erfolge

Auch bei den Essener Frauen waren mehrere Darmstädterinnen erfolgreich im Einsatz.

Tina Valley, Sandra Jobst und Jeanette Hartmann bestritten ihre ersten Deutschen Masters-Meisterschaften und konnten direkt große Erfolge feiern. Mit dem Essener Team gewannen sie in der AK50+ die Goldmedaille und in der AK40+ die Silbermedaille.

Manfred Eckel erreichte mit Cannstatt in der AK70 hinter Bochum und dem Deutschen Meister Düsseldorf die Bronzemedaille. Als schneller Konterspieler, Anschwimmer und sicherer Fünfmeter-Schütze mit drei Treffern war er eine wichtige Stütze seiner Mannschaft.

Gerd Zimmer überzeugte in der AK65+ als gefährlicher Distanzschütze, während Jürgen Andrae (4 Tore) als Centerverteidiger und Anschwimmer erneut eine starke Leistung zeigte. Gemeinsam wurden sie mit Cannstatt ungeschlagen Deutscher Meister. Das Team gewann souverän gegen Bochum (7:4), den PSV Duisburg (13:3) und Berlin-Köpenick (8:4).

Bericht: Jürgen Andrae