Darmstadts Wasserballfrauen holen das süddeutsche Double!

Darmstadt, 14. Juli 2026

Am Wochenende fanden in Stuttgart die Halbfinal- und Finalspiele um den SSV-Pokal der Frauen und Männer statt. Daran nahmen Mannschaften aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen teil.

Als einzige Mannschaft aus Hessen reisten die Wasserball-Damen des WV Darmstadt an. Das gut besetzte Team aus Darmstadt, verstärkt durch Spielerinnen aus Fulda, traf im Halbfinale auf eine neu gebildete Auswahlmannschaft aus Karlsruhe und Freiburg.

Pokalsieger 2026 – von Links: Trainer Jürgen Andrae, Ann-Katrin Schmidt, Liefke Baijens, Pia Freier, Laura Treichel, Levke Ellerbeck, Lea Korn, Benthe Baijens, Ariana Najebi, Jonna Küppers, Lilly Schommartz, Melissa Pfütze, Siboney Lang, Luca Jestädt, Melek Cavlak

 

Dieses Halbfinalspiel gestaltete das hessische Team von Beginn an sehr souverän. Schnell wurde deutlich, dass die Darmstädterinnen hoch konzentriert und treffsicher in die Partie gestartet waren. Basierend auf einer konsequenten und dynamisch agierenden Abwehr stand es zur Halbzeit bereits 10:3. Diese Führung wurde bis zum Spielende zu einem deutlichen 22:3-Kantersieg ausgebaut.

 

Damit war der Einzug ins Finale am Sonntag gegen die Auswahl aus Stuttgart perfekt, die ihr Halbfinale am Vortag ebenfalls deutlich gewonnen hatte. Ziel war es – wie schon im Halbfinale –, die bekannt starken Centerspielerinnen der Stuttgarterinnen durch eine Zonendeckung auszuschalten. Außerdem musste die in den vorausgegangenen Spielen bereits sehr überzeugende Rückraumschützin, Bundesliga-Spielerin Felina Ramesohl, aus dem Spiel genommen werden.

Letzteres gelang überraschend schnell. Ramesohl musste bereits nach fünf Minuten beim Stand von 7:4 für die Darmstädterinnen nach ihrem dritten persönlichen Foul endgültig das Wasser verlassen. Diese deutliche Schwächung konnten die Stuttgarterinnen nicht mehr kompensieren und mussten bereits zur Halbzeit beim Stand von 14:6 die klare Überlegenheit der Darmstädterinnen anerkennen. Wie schon im Halbfinale konnte dadurch die komplette Darmstädter Ersatzbank zum Einsatz kommen, ohne dass dabei ein spürbarer Qualitätsverlust entstand. Mit einem 7:1 entschieden die Darmstädterinnen auch die zweite Halbzeit für sich und gewannen das Finale schließlich souverän mit 21:7. Damit sicherten sie sich den seit vielen Jahren ersehnten süddeutschen Pokalsieg.

Grundlage des Erfolgs war erneut eine sehr stabile und sichere Abwehr vor den beiden starken Torfrauen Lilly Schommartz und Melissa Pfütze sowie den Centerverteidigerinnen um Levke Ellerbeck und die erstmals spielberechtigte 15-jährige Jugendspielerin Laura Treichel.

Erfolgreichste Darmstädter Torschützinnen waren in beiden Spielen die treffsicheren Aufbauspielerinnen Melek Cavlak mit 14 Toren und Luca Jestädt mit 11 Treffern sowie Centerspielerin Pia Freier mit sieben Toren. Bemerkenswert war zudem der Auftritt der erstmals spielberechtigten, schnellen 15-jährigen Darmstädter Jugendspielerin Liefke Baijens. Sie konnte nicht nur in ihrem ersten Spiel für die Damen des WV Darmstadt mehrfach das Anschwimmen für ihr Team gewinnen, sondern sich auch mit vier schön herausgespielten Kontertoren in die Torschützenliste eintragen.

Die sehr souverän agierende Centerverteidigerin Levke Ellerbeck, die den gegnerischen Centerspielerinnen kaum Chancen ließ, sowie Flügelspielerin Lea Korn steuerten jeweils drei Tore bei. Auch Darmstadts Kapitänin Siboney Lang gelang nach einem ihrer zahlreichen schnellen Konterläufe mit einem Schuss ins lange Eck ein sehenswertes Tor. Außerdem gehörten Ann-Katrin Schmidt, Ariana Najebi, Benthe Baijens und Jonna Küppers zum Team. Sie leisteten mit ihrem Einsatz im Spielaufbau sowie in der Defensive einen wichtigen Beitrag zum Erfolg.

Mit diesem Pokalsieg gelang den Hessinnen nach der bereits gewonnenen süddeutschen Meisterschaft erstmals das süddeutsche Double. Nimmt man den Sieg beim heimischen Pfingstturnier im Mai hinzu, feierten die Wasserball-Damen des WV Darmstadt im Jahr 2026 sogar sozusagen das Triple. Herzlichen Glückwunsch!

Bei den Herren trafen im Finale der SV Weiden und der PSV Stuttgart aufeinander. Beide Teams hatten ihre Halbfinalspiele gegen den WSV Ludwigshafen beziehungsweise Durlach-Ettlingen souverän gewonnen.

Die Partie verlief zunächst bis zum 4:4 im zweiten Viertel ausgeglichen. Allerdings konnte Weiden seine zahlreichen Chancen gegen den starken Stuttgarter Torhüter immer seltener nutzen. So setzte sich der PSV Stuttgart schließlich unter dem Jubel der heimischen Zuschauer mit 13:8 durch und sicherte sich verdient den Pokalsieg.

Die Pokalveranstaltung im neuen NeckarPark-Sportbad in Stuttgart war ein voller Erfolg. Der Ausrichter PSV Stuttgart organisierte gemeinsam mit den beiden süddeutschen Wasserball-Rundenleitern Lukas Mathieu (Männer) und Felix Kleiner (Frauen) einen reibungslosen Ablauf. Auch für ein leckeres Catering war gesorgt. Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Spiele und sorgten für eine großartige Atmosphäre. Dank der guten Schiedsrichterleistungen verliefen alle Begegnungen ausgesprochen fair.

Im Rahmen der Medaillen- und Pokalvergabe wurden in Anwesenheit des 88-jährigen hessischen Sponsors des Süddeutschen Wasserball-Pokals, Manfred Vater, dessen außergewöhnliche Verdienste für den Wasserballsport gewürdigt. Sein beispielloses ehrenamtliches Engagement über mehr als sechs Jahrzehnte hinweg in Hessen, Deutschland und auch international fand dabei besondere Anerkennung.

Von links Laura Treichel, Ariana Najebi, Lilly Schommartz, Benthe Baijens, Siboney Lang, Liefke Baijens, Melissa Pfütze, Jonna Küppers, Pia Freier, Ann-Katrin Schmidt, Levke Ellerbeck, Trainer Jürgen Andrae und Rundenleiter und Schiedsrichter Felix Kleiner. Es fehlen auf dem Bild Luca Jestädt, Lea Korn und Melek Cavlak

 

Bericht: Jürgen Andrae